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Mobile Workstation – mit zwei Bildschirmen

Die meisten Leute, die lange Zeit am Computer arbeiten, verwenden zwei oder drei (manchmal auch noch mehr) Bildschirme, denn jeder weiß: je mehr Platz man hat, desto schneller gehts, weil man mehr im Blick hat. Üblich sind Aufteilungen wie Shells, Explorer und Dokumentation auf dem einen und eine IDE auf dem anderen Bildschirm. Mit drei Bildschirmen kann man das entsprechend noch besser verteilen (ich spreche da aus Erfahrung).

Wenn man nun unterwegs ist, nimmt man eher selten seine Workstation samt Monitore mit, sondern reist wohl viel eher mit einem Laptop durch die Gegend. Wenn man dann mal im Urlaub oder vielleicht noch Abends im Hotel Lust auf eine Codingsession hat, machts schnell keinen Spaß mehr. Man ist von zu Hause vielleicht an einen drei, viertausend Pixel breiten Desktop gewohnt und nun sitzt man vor einem Laptop der aller Wahrscheinlichkeit nach sowas wie 1366×768 oder 1440×900 bietet – schlichtweg unbefriedigend.

Aber jeder, der schon länger im Business ist, dürfte noch ein, zwei ältere Laptops irgendwo rumfliegen haben. Und vielleicht hat man sich mal gefragt, ob man die vielleicht als Netzwerkbildschirme verwenden kann – dann stößt man schnell auf unsignierte Treiber oder kostenpflichtige Software für Windows. Oder auf Software wie Xdmx, die bei größeren Distributionen (z.B. Debian und Ubuntu) seit Jahren kaputt ist. Selbst wenn man dann ein funktionierendes Paket aufgetrieben hat, wird man schnell an der komplizierten und aufwändigen Konfiguration scheitern.

So bin auch ich gescheitert. Doch vor kurzem hatte ich eine einfache Idee: Kann ich nicht dem Grafiktreiber dazu zwingen, einen Fakemonitor anzuzeigen, welchen ich dann per [VNC|RDP|whatever] aufs zweite Laptop bringen kann?

Stellt sich heraus, dass das so machbar ist, allerdings gibt es da ein paar Stolpersteine (ich beziehe mich ab hier fast nur noch auf Linux, weil ichs unter Windows noch nicht ausprobiert habe):

  1. Force-detect (so heißt das Feature) gibts unter Linux meistens nicht oder muß über die X11-Konfiguration eingestellt werden. Ich bin vermutlich nicht der einzige, der Depressionen von xorg.conf kriegt… 😉
  2. Panelee und ähnliches neigen meist dazu, genau dahin zu wandern, wo man sie nicht haben will
  3. Xrandr und Frontends machen manchmal Zicken, wenn man zwei (halbwegs große) Monitore nebeneinander packen kann.

Aber kein Problem ohne Lösung und diese drei hier sind ja ein Klacks im Vergleich zum Konfigurieren von Xdmx 😉

  1.  So gut wie jedes Laptop hat einen VGA-Ausgang für Beamer und ähnliches. Man braucht meist nur einen Widerstand (irgendwas zwischen 20 und 500 Ω sollten es tun – optimal was Richtung 75 Ω) an der richtigen Stelle in die VGA-Buchse popeln. Mit einem Lötkolben und einem VGA-Kabel oder -Stecker kann man sich ganz fix so einen Dummy in schön bauen, das Stichwort für Tutorials in die Richtung lautet „VGA-Dummy“. Sehr einfach und auch ganz ohne Elektronikkenntnisse machbar 😉
  2. LXPanel und Xfce4 Panel haben Einstellmöglichkeiten, die man hier ausnutzen muss. Wenn man beispielsweise einen Hauptbildschirm mit w x h als Auflösung und darunter einen ebenso großen Netzwerkzweitbildschirm hat, kann man z.B. sein Paneel so einstellen, dass es am linken Rand an der oberen Bildschirmkante mit einer Höhe von h klebt. Dann bleibt es immer auf dem eigentlichen Bildschirm des Laptops.
  3. Wie gerade schon angesprochen, kann man in dem Fall die Monitore einfach stapeln. Meistens.

Die eigentliche Einrichtung (nach dem wir diese ersten Probleme nach Anschließen eines Dummies gelöst haben) ist sehr einfach:

  1. VNC-Server wie vino (Gnome) installieren und mit vino-preferences einstellen. Gestartet wird vino meistens mit sowas wie /usr/lib/vino/vino-server
  2. VNC-Clienten auf dem Altlaptop installieren
  3. Vom Altlaptop auf den eigentlichen Laptop via VNC verbinden, Vollbild andrehen und eventuell den Ausschnitt so anpassen, dass die Monitore nicht überlappen

Na, war das nicht einfach? 🙂 Wer möchte sich da schon noch mit Xdmx rumschlagen…

Eine wichtige Anmerkung sollte aber nicht fehlen: VNC ist unverschlüsselt und daher nicht für WLANs zu empfehlen; dann sollte man es durch SSH tunneln.

One comment

  1. Ist ja alles toll nur schlepp ich auf Reisen ungern einen 2ten Laptop mit 😉
    Ich hab aber immer ein VGA-Kabel dabei dann kann man die Hotelfernseher in der Regel sind das ja eh PC-Monitore als 2ten Schirm nutzen.

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