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Die Domain ist tot – oder etwa doch nicht?

Am 12. januar 2012 hat ICANN nun die Pforten für die Bewerber um eigene TLDs begonnen. Nachdem die Platzhirsche nun Jahrelang den Spielplatz für sich hatten, wollen auch andere mit auf den Markt.

Nüchtern betrachtet hat ICANN genau das getan wozu sie, streng genommen, da ist: Nämlich die Erweiterung des Namensraums und damit die Föderung des Wettbewerbs.

Man darf mit Recht behaupten, dass dies das Internet in Sachen Adressierung und vor allem das Verständnis von Internetadressen ändern wird. Denn Internetadressen sind nicht mehr nur blosse Hausnummern, sondern auch Identität – zB. mit der Branche, Stadt oder Hobby.

Nachdem die CRIDO mit ihrer Hetzkampangne zunächst und kurzfristig nicht sehr erfolgreich war, ist es auch erlaubt die Meinungen zu beleuchten, die einen gewissen Weitblick für sich beanspruchen. Ein Auslöser für diesen Text ist dieser Artikel von Esther Dyson.

Mir kommt bisweilen zu Ohren, das man sich überhaupt fragt ob man denn noch Domains braucht, wo doch die grossen Player schon jede erdenkliche Form der Präsentation kostenlos und mit allen möglichen Features bieten. Ich sehe Firmen, die erhebliche Teile ihrer Firmenpräsenz auf facebook auszulagern, weil man dort einen viel besseren Zugriff auf Zielgruppen habe u.s.w. Robert Scoble hat jüngst einen Nachruf auf das „Common Web“ verfasst – posthum sozusagen. Komischerweise hat VeriSign wiederum die 100 Millionen-com-Domaingrenze überschritten und bei den weitaus meisten anderen Domains sieht es auch nach Wachstum aus, wenn auch nicht in solchen Dimensionen. Für einige Bereiche mag eine Embedded-Präsenz für eine Firma durchaus von Vorteil sein – besonders als Ergänzung – und besonders für Firmen die um einen bestimmten Kundenkreis werben, der sich intensiv im Web tummelt. Was viele Schnellklicker dabei aber gerne übersehen, das man in riesigen Netzen genauso schnell mit der Masse verschwimmt, wie in jeder anderen Situation auch, wenn man sich im Wettbewerb befindet. Bin ich der einzige der Socken verkauft habe ich überall leichtes Spiel. Gibt es aber Unmengen weiterer Anbieter, so spielt es keine Rolle in welchem Netzwerk ich aktiv bin.

Facebook und Apps oder nicht – ich finde die Frage ob denn eine Domain eine Zukunft hat nichtmal wirklich der Rede Wert und freue mich auf die Veränderungen in den nächsten Jahren , die neuen Domains und neue Formen der Angebote und Darstellungen, die wir erwarten dürfen.

 

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